Warum das Joy? Lange Geschichte.

Es war einmal…
…jemand, der nur wissen wollte, wie eine Handspindel funktioniert. Nicht kaufen, nicht probieren, einfach nur wissen. Und damit fing es an. Ich ließ mir an einem „Filzstand“ zur Museumsnacht eine Handspindel erklären und als man mich „nötigte“, es selbst zu probieren, war ich hin und weg.

Am nächsten Tag wurde ich bei ebay fündig und kaufte eine Handspindel mit 100 g Wolle dazu. Das Garn wurde recht gleichmäßig,

aber es dauerte, bis man die Wolle fertig hatte. Etwas Schnelleres mußte her.
Aber was, wenn mir so ein Spinnrad nicht liegt, mir das Spinnen darauf nicht gefällt? Soviel Geld ausgeben und dann einen Reinfall erleben? Entgegen allen Empfehlungen ersteigerte ich mir bei ebay für wenig Geld ein Rad, das modern aussah und mir ganz gut gefiel.

Da ich niemanden in meiner näheren Umgebung kannte, der auch spinnt, habe ich mich erstmal im Internet belesen, bis ich „theoretisch“ spinnen konnte. Aber als das Rad da war: wo mußte man nochmal den Faden langziehen? und warum ist da ein Loch? wieso dreht sich das denn jetzt mit? Fragen über Fragen. Mit einem Knäuel Schulgarn habe ich dann geübt, bis ich die ganzen Zusammenhänge begriff. Zwei Knäule eines ebay-Fehlkauf-Designergarns wurden miteinander verzwirnt, bevor ich dann endlich mit Rohwolle anfing. Und es wurde auf Anhieb ein gleichmäßiger Faden: zweifach gezwirnt – im Schnitt 70 Meter auf 50 Gramm. Auf ca. 250 Meter pro 50 Gramm komme ich jetzt mit meinem neuen Ashford Joy.

Warum das Joy? Da unsere Wohnung nicht besonders groß ist, mußte das Rad klein genug sein, um in meine „Strickecke“ zu passen. Leicht mußte es sein, damit ich es auch mal bequem transportieren kann. Modern mußte es aussehen, da ich zwar auf Antik und Trödel stehe, unsere Wohnung aber nicht so eingerichtet ist.
Bis jetzt habe ich noch nichts Negatives an diesem Rad festgestellt. Es tritt sich sehr leicht, der Tritt ist mittig angesetzt und damit auch gut geeignet, mal beide Füße draufzustellen. Allerdings hat es ein Stück gedauert, bis ich das Prinzip der verschiedenen Übersetzungen in die Reihe bekommen habe – ständig ist mir der Faden gerissen – ich war es von meinem alten Rad gewohnt, etwas derber anzutreten und das braucht man beim Joy definitiv nicht. Alles in allem: rundrum zufrieden und glücklich!